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| Kumasi - Die Goldene Das malerische Kumasi. Die Hauptstadt des Ashanti-Reiches ist das Zentrum des Gold-Abbaus in Westafrika, nicht umsonst hieß die Region hier jahrhundertelang "Goldküste". Die Ashanti, irgendwann aus einem der "alten" Kaiserreiche im Gebiet des heutigen Mali hierher eingewandert, sind ein sehr selbstbewusstes und auf ihre reiche Tradition bedachtes Volk: Um 1700 gelang es König Osei Tutu, die rivalisierenden Clans seines Volkes gegen den gemeinsamen Feind zusammenzuschmieden: Die Ashanti hatten es satt, jedes Jahr eine große Wanne mit Gold und Kolanüssen füllen und an die benachbarten Denkyira abtreten zu müssen, denen sie tributpflichtig waren. Also schlossen sie sich zusammen, brachten die Führungsriege der Denkyira beim Überbringen der Tributwanne um und befreiten sich so vom Joch der Unterdrückung. Maßgeblichen Anteil an diesem historischen nation-building hatte des Königs Hofpriester oder Chef-Medizinmann Okomfo Anokye, der es geschickt verstand, die politische Einheit des Landes auf der gemeinsamen Religion aufzubauen: Der Legende nach kam aus dem Himmel der Goldene Stuhl auf ihn herab , dem der Geist der Ashanti-Nation innewohnt und dessen Besitz den Herrschaftsanspruch des Königs über alle Ashanti durch die anerkannten Gottheiten legitimiert. Der Stuhl ist wichtiger als der König selbst und so heilig, dass noch nicht einmal der Stuhl selbst darauf sitzen darf. Nur alle fünf Jahre ist der Stuhl (schwer bewacht) zu sehen: Er thront dann auf einem eigenen Stuhl neben den König. Weder König noch Stuhl sollten jemals direkt den Boden berühren, denn dann würde ein Teil ihres Geistes am Erdreich haften bleiben, und daraus könnte man personalisierte Zaubermittel herstellen, um ihnen zu schaden. Oberpriester Okomfo Anokye war aber noch auf andere Weise politisch clever: Er pflanzte an verschiedenen Stellen im Reich Bäume, um herauszufinden, welchen Standort die Götter für eine neue, gemeinsame Reichshauptstadt vorgesehen hatten. (Es liegt nahe, dass er so zugleich den Streitigkeiten unter den Landesfürsten entgehen konnte, auf wessen Territorium die Hauptstadt zu errichten wäre.) Dort, wo der Baum am besten gedieh, kam die Hauptstadt hin - und so kam sie auch zu ihrem Namen: Kum-ase bedeutet soviel wie "unter dem Kum-Baum". Von hier aus, kaum dass die Ashanti sich von der Unterdrückung durch die Denkyira befreit hatten, begannen sie nun ihrerseits, ihre Nachbarn zu unterdrücken. Die Ashanti-Krieger waren für ihren Mut und ihre Schlagkraft weithin gefürchtet, außerdem hielt sich der König nordafrikanische Gelehrte und europäische Militärberater am Hof, und zusammen mit dem Reichtum aus Goldhandel und dem Verkauf von Kriegsgefangenen als Sklaven war die Expansion des Reiches kaum aufzuhalten. Eine ganz schön unbequeme Nation für all ihre Feinde - nicht umsonst ist das Stachelschwein ihr Wappentier. Und gleichzeitig das Maskottchen des Fußballklubs von Kumasi. Wo bei uns Dynamos und Eintrachten gegeneinander antreten, spalten hier die Accra Hearts of Oak und Asante Kotoko ["Stachelschwein Ashanti"] das Land in zwei unversöhnliche Fan-Lager. Als die Briten im 19. Jahrhundert hier einbrachen, haben sie über 80 Jahre, sieben Kriege und jede Menge Verrat gebraucht, um die Ashanti zu unterwerfen. Nachdem sie den König gefangen genommen und auf die Seychellen deportiert und das Heer der Königinmutter schließlich doch geschlagen hatten, verlangten sie die Herausgabe des Goldenen Stuhls, um das Ashanti-Reich auch "spirituell" zu vernichten. Da der Stuhl aber so gut behütet war, hatten die Briten ihn noch nie gesehen, und deshalb gelang es den Ashanti, die Briten mit einer Kopie zu foppen und den richtigen Stuhl in einem entlegenen Dorf zu verstecken. Wirklich geschlagen wurden sie damit also nie, und die Briten mussten ihnen schließlich weitreichende Autonomie einräumen, dem König nach knapp 30 Jahren die Heimkehr aus dem Exil gestatten und seinen Nachfolger gar in England zum Ritter schlagen. Der König von Ashanti ist noch heute der wichtigste traditionelle Herrscher in Ghana, um dessen Wohlwollen sich eine jede ghanaische Regierung zuerst bemühen muss, wenn sie erfolgreich sein will. |
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